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Cool gegen Beschwerden: alles zur Kryotherapie

Veröffentlicht am: 29. September 2020

Bei einer schmerzhaften Entzündung oder einem Bluterguss greifen viele Menschen instinktiv zum kalten Joghurtbecher oder den Tiefkühlerbsen. Es ist allgemein bekannt, dass Kälte bestimmte Schmerzen lindern kann. Die Kryotherapie geht noch weiter und nutzt das therapeutische Potenzial von Eis bei einer Reihe von Beschwerden. Wir erklären, wie das Verfahren funktioniert und wann es zum Einsatz kommt.

Wie wirkt die Kältetherapie?

Wenn ein Kältereiz auf den Körper trifft, reagiert dieser auf vielfältige Weise. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße, wodurch weniger Blut in die betroffene Stelle fließt. Auch die Leitfähigkeit der Nerven lässt nach. Weitere Wirkungen sind eine herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit sowie eine geringere Muskelspannung. Diese Wirkung der Kälte auf den Körper hilft wiederum bei zahlreichen Beschwerden. Besonders bei Entzündungen ist die Kryotherapie hilfreich. Entzündungssymptome wie Schwellung, Rötung, Temperaturanstieg und Schmerz werden durch Kühlung gemindert.

Wann wird Kryotherapie angewendet?

Kryotherapien werden bei ganz unterschiedlichen Problemen angewandt. Besonders bei Entzündungen der Sehnenscheiden sowie der Sehnen können sie Linderung verschaffen und die Heilung beschleunigen. Wer seine Sehnen und Bänder im Alltag überanstrengt, kann auf Dauer Opfer von chronischen Schmerzen werden. Von Tennisarm, Golferarm oder Sekretärinnen-Krankheit ist dann die Rede. Diese unterschiedlichen Beschwerden beruhen auf einer dauerhaften Überlastung der Armmuskeln. Bei jeder Bewegung sind neben den Muskelfasern auch die Sehnen beteiligt, die den Muskel an die Gelenke binden. Werden sie zu oft gereizt, entzünden sie sich. Um Schlimmeres zu verhindern und eine Heilung zu unterstützen, wenden Ärzte in diesem Fall oft eine Kältetherapie an. Auch bei Rheuma kann eine Kühlung der Gelenke Linderung bringen.

Wie wird die Kältetherapie durchgeführt?

Bei der Kältetherapie wird zwischen der lokalen und der generalisierten Anwendung unterschieden. Während bei der generalisierten Anwendung der Patient vollständiger Kälte ausgesetzt wird, wirkt die lokale Therapie zielgerichtet auf eine bestimmte Körperregion. In der generalisierten Kryotherapie arbeitet der Arzt häufig mit einer Kältekammer. Es handelt sich dabei um einen Raum, der auf -110 Grad Celsius heruntergekühlt wird. Der Patient hält sich in diesem Raum einige Minuten auf, bevor er ihn wieder verlässt. Die Kälte soll gegen Rheuma helfen, Muskelkater verhindern und auch psychische Probleme wie Angstattacken und Schlaflosigkeit verringern. Bei der lokalen Anwendung verwendet der Arzt Werkzeuge wie Eispackungen oder Crush-Ice-Auflagen, um gezielt beispielsweise Entzündungen zu behandeln. Ein Spezialgebiet der Kältetherapie ist die Kryochirurgie. Dabei geht es nicht um die direkte Behandlung unterschiedlicher Beschwerden, sondern um einen chirurgischen Eingriff, bei dem beispielsweise flüssiger Stickstoff für die Entfernung von Gewebe verwendet wird.

Bilderquelle: ©blackday – stock.adobe.com

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