25. Januar 2021

Bei der Elektrotherapie wird elektrischer Strom zu therapeutischen Zwecken genutzt. Sie gehört damit zu einem Teilbereich der Physiotherapie und wird meist als Ergänzung zu einer bereits laufenden Behandlung eingesetzt.

Elektrischer Strom wird bereits seit dem 19. Jahrhundert zu Heilzwecken verwendet. Die Elektrotherapie gehört dabei zu den passiven Behandlungsmaßnahmen und zur sogenannten Reiz-Serien-Therapie. Der Strom wird dem Patienten meist über aufgeklebte Elektroden zugeführt. Durch die elektrische Einwirkung über die Haut wird das Ruhepotential der Zelle, sowie der Zellhülle verändert. Dadurch wird eine gewünschte Reaktion ausgelöst, wie zum Beispiel Schmerzlinderung, höhere Durchblutung oder die Änderung der Muskelspannung.

Ablauf einer Elektrotherapie

Zu Beginn wird der Patient vom Physiotherapeuten über die Funktionsweise der Elektrotherapie aufgeklärt. Außerdem wird festgelegt, welche Stellen mit dem elektrischen Strom behandelt werden und was das genaue Ziel ist. Auch wird der Patient vor Beginn der Therapie über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt.

Im nächsten Schritt werden die Elektroden befestigt. In der Regel werden zwei Elektroden verwendet, die auf der Haut platziert werden. Eine dieser Elektroden ist die Wirkelektrode, wohingegen die andere als Bezugselektrode wirkt. Die Wirkelektrode wird dabei unmittelbar auf der zu behandelnden Stelle platziert, während die Bezugselektrode den Stromkreis schließt.

Anschließend fließt der Strom durch die Elektroden. Während der Behandlung bleibt der Physiotherapeut an der Seite des Patienten, um die Behandlung genau im Blick zu behalten. Gegen Ende der Therapie wird der Strom nach und nach abgeschwächt, bis zu guter Letzt kein Strom mehr durch die Elektroden fließt. Die Behandlung ist damit beendet.

Nach der Elektrotherapie werden die Elektroden von der Haut entfernt und die Hautstellen werden vom Physiotherapeuten kontrolliert. Da es hin und wieder zu leichten, aber keinen gefährlichen Verbrennungen kommen kann, werden diese Stellen meist mit einer speziellen Creme behandelt.

Darauf muss bei einer Elektrotherapie geachtet werden

Grundsätzlich sollte eine Elektrotherapie nie in Herznähe durchgeführt werden. Besonders bei Patienten mit einem Herzschrittmacher ist große Vorsicht geboten. Patienten, die metallische Implantate im Körper tragen, gehören ebenfalls zur Risikogruppe. Darunter fallen auch Frauen mit Hormonspirale. Im Bereich metallischer Gegenstände darf keine Elektrotherapie erfolgen.

Schwangere Frauen sollten ebenfalls auf eine Elektrotherapie verzichten.

Nach der Elektrotherapie

Die Hautstellen, auf denen die Elektroden befestigt waren, sollten Sie mit einer unparfümierten Feuchtigkeitscreme pflegen, um ein Austrocknen zu vermeiden. Wurde die Elektrotherapie zur Schmerzlinderung eingesetzt, sollten Sie nach rund zehn Sitzungen eine Pause von etwa zwei Wochen einplanen.

Sie haben noch weitere Fragen zu einer Elektrotherapie? In unserer Praxis beraten wir Sie gerne über eine mögliche Behandlung und deren Ablauf. Vereinbaren Sie gerne einen Termin unter 02151 60 24 78.

 

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