23. Juni 2022

Bei der Kalkschulter handelt es sich um eine Sehnenverkalkung im Schultergelenk. Besonders sind Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren betroffen. Folglich wird ausgeschlossen, dass es sich um eine Verschleißkrankheit wie beispielsweise Arthrose handelt, welche hauptsächlich ältere Personen betrifft. Manche Menschen verspüren Schmerzen und andere haben dagegen kaum Beschwerden. Frauen mit erhöhten Blutfettwerten scheinen ein höheres Risiko zu haben an einer Kalkschulter zu erkranken sowie jene mit Diabetes mellitus (besonders Typ 1, bei dem das Hormon Insulin fehlt).

Üblicherweise wird die Therapie bei einer Kalkschulter konservativ (ohne Operation) und mit einer Physiotherapie begonnen. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) kommt hier zum Einsatz. In seltenen Fällen und wenn die Schmerzen nicht besser werden, wird zu einem operativen Eingriff geraten.

Wie kommt es zu den Kalkablagerungen in den Schultersehnen?

Betroffen von den Kalkablagerungen ist meist die sogenannten Rotatorenmanschette, welche aus vier Muskeln besteht, die das Schultergelenk umfassen und von Schulterblatt zum Oberarmknochen ziehen. Mechanische Faktoren als auch Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen können eine Ursache der Kalkschulter sein. Dr. Reiner Berthold, Experte der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) erklärt, dass Bewegungen über den Kopf, nach hinten oder zur Seite mit Belastung äußerst schmerzhaft seien. Dadurch kommt es zu einer Schonhaltung und der Muskel verkürzt sich dementsprechend.

Wie erfolgt die Diagnose?

Ihr Arzt diagnostiziert eine Kalkschulter anhand der Symptome und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und/oder Röntgen. Eine Kombination der Untersuchungsmethoden erweist sich oft als vorteilhaft. Von mehreren Wochen bis zu Jahren kann eine Kalkschulter bestehen bleiben, sofern nicht frühzeitig konservative und physiotherapeutische Schritte gesetzt werden. Allerdings verläuft die Krankheit sehr individuell was Schmerz und Dauer betrifft.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) – Auflösung von Kalkansammlungen

Sollte eine konservative Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten als auch physiotherapeutische Maßnahmen nicht reichen, um Schmerzen zu lindern, wird eine schonende Alternative zu einer Operation empfohlen: die extrakorporale Stoßwellentherapie. Hierbei werden hochenergetische Druckwellen zur Auflösung von Kalkansammlungen eingesetzt, die gezielt auf das Kalkdepot in der betroffenen Schultersehne gerichtet werden. Durch den Druckimpuls kommt es zu einer vermehrten Durchblutung und Gefäßerneuerung im betroffenen Areal, was zu einer Auflösung des Kalkdepots führt.

Einziger Nachteil: Die extrakorporale Stoßwellentherapie zählt nicht zu den Kassenleistungen. Private Kassen und Beihilfestellen übernehmen meist die Kosten. Das Gute ist, dass meist eine bis drei Behandlung/en für 5 – 10 Minuten reichen und Nebenwirkungen gering ausfallen.

Das Team der Physiotherapiepraxis von Karsten Jentges steht Ihnen sehr gerne für weitere Fragen unter der Telefonnummer 02151 60 24 78 zur Verfügung.

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